7 grudnia 2013

KLEZZMATES – DIE AUFZEICHNUNG UND DAS KONZERT

Gazeta Wyborcza 12-10-2005 – Magdalena Gaisek

Die erst vor einigen Monaten gegründete Gruppe nahm bereits an einigen Festivals teil und wurde der Preissieger von einem der meist prestigen – Neue Tradition. Außerdem nahmen sie ihre erste Platte auf, die sich nur aus Eigenkompositionen zusammensetzt.
Der Anfang ist wirklich beeindrückend, dies wundert aber nicht, da die Mitglieder der Band vielseitig begabte und erfahrene Instrumentalisten und Komponisten sind: Robert Milewski – Violine, Maciej Bosak – Clarinet (er nahm mit der Band die Platte auf, jetzt aber spielt mit ihnen Tomasz Polak), Marcin Wiercioch – Akkordeon, Krzysztof Kossowski – Schlaginstrumente und Jarek Wilkosz – Kontrabaß.

Musikalische Täuschung

In letzter Zeit können wir über die Renaissance der polnischen Klezmermusik sprechen. Gleichzeitig verschwindet nach und nach die Grenze zwischen klezmer und moderner Musik. Ein gutes Beispiel ist hier  „Exodus” von Wojciech Kilar, dessen Thema einerseits an die Melodie des jüdischen Liedes „Oy Abram” anknüpft, andererseits an  Krakau Klezmer Band, in derer Musik Echos von Bach klingen. Ein weiteres Beispiel – die Band Klezzmates.

Unsere Musik ist sehr stark durch solche Elemente der Klezmermusik wie: der Rhythmus, die Harmonie oder die melodischen Wendungen geprägt, es ist jedoch schwierig unsere musik zu kategorisieren. Wir nehmen unsere Ideen von den unterschiedlichen Rhythmen, meistens Balkanrhythmen – sagt Jarek Wilkosz. Es ist interessant, daß man hier, in der Szeroka Straße, Klezzmer Musik spielt, aber man kann nicht sagen, daß sie typisch polnisch ist. Alle spielen nämlich in  nicht  für unser Land typischen Rhythmen – auf sieben oder elf. Ähnlich wie wir – fügt Jarek hinzu.

Das Werk von Klezzmates ist eine rhythmische Täuschung. Jene Rhythmen wiegen vortrefflich aber sie enthalten auch Schwingentöne. Die Klezmermusik ist sowieso ganz eng mit Jazz verbunden. Sie hat viel Raum für die Improvisation während der Konzerte. Wir lassen immer ein bisschen Raum  dafür. Sicherlich sagt aber keiner von uns, daß er Jazzman ist. Wir möchten unsere Kollegen nicht beleidigen – sagt mit dem Lachen Jarek.

Zwei Gesichter

Wenn wir uns die Debütplatte von Klezzmates anhören, stoßen wir auf ein überraschendes Musikstück „Two Faces Of Klezzmates”. Es ist nur scheinbar ein einfacher Rhythmus, er birgt nämlich eine komplizierte Polyphonstruktur. Wir haben den Eindruck, daß die Musiker mit uns spielen.

Es sollte am Anfang ein Witz sein, ähnlich wie der Zug im Stück „Railroad” – deckt Jarek Wilkosz auf. Als Marcin (Akkordeonist) es zur Probe brachte, sagte ich : ” Was für eine Lokomotive hast du geschrieben?”. Es gab also ein Zug und wir brauchten nur noch eine Hupe. Wir wollen nicht seriös sein! Keine Musiker, die große Musik machen, die man nur mit geschlossenen Augen in absoluter Ruhe hören kann.  Charakteristisch für dieses Album ist auch der Optimismus. Man kann sagen, die Freude beim Spielen strahlt von den Musikern die ganze Zeit aus. Es ist halt so, daß wir Halboptimisten oder Volloptimisten sind. Es ist aber ein Zufall, daß bei der Zusammenstellung so unterschiedlicher Persönlichkeiten solche Musik entstanden ist – fügt Jarek hinzu.

Das goldene Mittel

Gibt es ein Rezept für das Erfolg von Klezzmates?
Wir versuchen alleine einen Kompromis zwischen der ernsten Kunst und der leichten Unterhaltung zu finden. Manchmal ist es nicht einfach. Wir denken z.B an die erweiterung des Bandtones. Wenn wir aber feststellen, daß es uns keinen neuen Raum gibt, nehmen wir keine Änderungen vor. Ich bin selbst für die Maßhaltung – gesteht Jarek.
Das Angebot von Klezzmates ist wirklich ein vollkommener Beweis des Ausgewogenheitsprinzipes. Dies bezieht sich sowohl auf die ganze Platte als auch auf die einzelnen Musikstücke. Es gelingt der Band auch auf eine interessante Weise musikalische Narration zu führen, anhand der Musik zu erzählen. Die Musikstücke sollten genug lang sein um die Zuhörer zu beeinflußen aber gleichzeitig in sie nicht hineinzureden. Das machen wir eher intuitiv – verrät Jarek.

Magdalena Gaisek

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