7 grudnia 2013

ÜBER DEN SATZ „KLEZZMATES”

Gazeta Wyborcza 12-10-2005 – Magdalena Gaisek

Ich rate ab, die Klezzmates – Musik beim Sitzen zu hören – sie reißt mit, man wird schon beim ersten Anhören restlos in Bann gezogen. Das bedeutet aber nicht, daß wir mit der Tanzmusik zu tun haben. Ganz im Gegenteil – komplizierte rhythmische und harmonische Bemühungen lassen den idealen Raum, die Melodien durch einzelne Instrumente zu exponieren. Der melodische Charakter der Themen und der improvisierten Musikstücke, die Fähigkeit solche Musikstücke zu bilden, die hinsichtlich der Form zusammenhalten und hervorragende Dramatik haben, sind große Vorteile der Gruppe. Man ist auch von der Leichtigkeit der Musik und der ausstrahlenden, positiven Energie begeistert.

Aber Klezzmates sind nicht nur die Meister der Leichtigkeit – sie sind auch eine trotzige Band. Unter dem Anschein von „um-pa, um-pa” Rhythmus in „Two Faces Of Klezzmates” können wir zwei-thematische Fuge mit dem ungewöhnlichen Thema hören, in der das zweite Thema eine weithin bekannte Melodie des „Bruder Jakob” aber in Moll Tonart ist. Das ist das Höchste der Meisterschaft und des Spielens mit den Zuhörern. Ein sehr sublimes und gleichzeitig erfreuliches Spiel.

„Far Away From” und „Dance In The Moonlight” zeigen „ein anderes Gesicht ” – nachdenklich, manchmal wehmütig und ein anderes Mal mystisch. In jenen Stücken kann man den klängen der Instrumente lauschen. Die Töne, die von den empfindlichen Fingern der Musiker herauskommen – sind ideal und warm. Möglicherweise allzu sehr. Wenn wir ihre Musik nur hinsichtlich der Klezmermusik betrachten, dann der Klang und  sein Charakter können  Zweifel wachrufen.  In bestimmten Momenten fehlt es an  typischen für diese Musik „Härte” der Töne und der aggressiven Haltung, die von den unbeherrschten  Gefühlen hervorgeht. Wenn wir diese Platte hören, haben wir natürlich eine Palette von Empfindungen zur Wahl aber wir können ihr geplantes Handeln herausfühlen.

Was neues bietet also Klezzmates an? Vor allem eine neue Qualität des Raumes und Gebrauch von ihm. Durch klare und helle Harmonie und auch wohlklingende Themen gelang es der Band ein einzigartiges Album herauszubringen.

Magdalena Gaisek

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